Omega-3-Fettsäuren schützen Herz und Gefäße
von Mag. Edeltraud Nikolowsky | Montag, 10. Oktober 2011
Omega-3-Fettsäuren sind lebensnotwendig und können vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Sie sind Bestandteile der Zellmembranen und wirken regulierend auf die Funktion verschiedenster Zellen.
Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die Bezeichnung "mehrfach ungesättigt" bezieht sich auf den chemischen Aufbau der Fettsäuren. Die drei wichtigsten Vertreter der Omega-3-Fettsäuren sind:
• DHA (Docosahexaensäure, engl. docosahexaenoic acid): DHA kommt vor allem in fettreichen Meeresfischen (wie Hering, Makrele, Lachs, Sardine, Sardelle oder Thunfisch) vor.
• EPA (Eikosapentaensäure, engl. eicosapentaenoic acid): EPA kommt wie DHA besonders in fettreichen Meeresfischen wie Hering, Makrele, Lachs, Sardine, Sardelle und Thunfisch vor.
• ALA (Alpha-Linolensäure, engl. alpha-linolenic acid): ALA ist eine Vorstufe von DHA und EPA und wird vom Körper in DHA bzw. EPA umgewandelt. ALA ist vor allem in Lein-, Raps-, Walnuss- und Perillaöl (wird viel in der japanischen Küche verwendet) sowie in Walnüssen und grünem Blattgemüse zu finden.
Omega-3-Fettsäuren haben verschiedene positive Wirkungen auf die Gesundheit:
Herz-Kreislauf (Cholesterinspiegel)
Omega-3-Fettsäuren erhöhen den Anteil des HDL-Cholesterins und senken damit den Anteil von überschüssigem und verbrauchtem LDL-Cholesterin in den Blutgefäßen. Ein hoher HDL-Wert hat aber noch eine weitere wichtige Aufgabe bei der Vermeidung von Gefäßkrankheiten. Es ist ein entscheidender Regulator für die Eng- bzw. Weitstellung der Blutgefäße. Dazu regt HDL die Bildung und Freisetzung des flüchtigen Gases Stickstoffmonoxyd (NO) der gefäßwandauskleidenden Zellen (Endothelzellen) an. Bei hinreichender Menge von HDL erweitern sich die Gefäßwände durch die NO-Freisetzung und damit der Innendurchmesser der Blutgefäße. Die Gefahr von Durchblutungsstörungen, Gefäßverschlüssen (Embolie) und Mangelversorgung an lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff wird dadurch erheblich reduziert.
Omega-3-Fettsäuren wirken durch den Umbau zu Eicosanoiden entzündungshemmend und vermindern so Entzündungsreaktionen in den Blutgefäßen. Durch die Gewebshormone wird darüber hinaus die Verklumpung der Blutplättchen gehemmt. Dies fördert die Durchblutung und schützt vor Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt.
Abschwächung des Verlaufs chronischer Entzündungen
Zu diesen Erkrankungen zählen Schuppenflechte (Psoriasis), Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis) und entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Zusätzlich zur verordneten medikamentösen Therapie können Omega-3-Fettsäuren durch den schon genannten Umbau zu Eicosanoiden die Entzündungsreaktionen vermindern.
Gesunderhaltung der Augen
DHA wird in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten in besonders hoher Konzentration in den Zellmembranen der Photorezeptoren der Netzhaut und der Sehrinde im Hinterhauptlappen des Gehirns eingelagert. Sie ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und Erhaltung der Sehschärfe bzw. der visuellen Leistungsfähigkeit. Im erwachsenen Alter entfaltet DHA eine Schutzfunktionen z. B. gegen die Entwicklung einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD): Studien zeigten, dass sich bei erhöhter Zufuhr von EPA/DHA das AMD-Risiko signifikant verringerte. Es wird angenommen, dass eine AMD-Ursache die Arteriosklerose der Blutgefäße ist, die die Netzhaut versorgen. Wie aus Studien zur Wirkung auf die Herzgesundheit bekannt, wirkt eine erhöhte Aufnahme von EPA/DHA dem entgegen. Außerdem scheint die entzündungshemmende Wirkung der aus EPA gebildeten Eicosanoide dabei ebenfalls eine Rolle zu spielen.
Ferner zeigt eine Studie von Biljana Miljanovic et al. (2005), dass eine erhöhte Zufuhr von Fisch und damit EPA/DHA das Risiko von trockenen Augen (Sicca-Syndrom), was vor allem bei älteren Menschen deutlich zunimmt, senkt.
Wichtig für Gehirnstoffwechsel und -funktion
DHA ist besonders wichtig für die frühkindliche Gehirnentwicklung, weshalb eine gute Versorgung der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit wichtig ist. Über 30 Prozent der Strukturfette im Gehirn sind DHA, sie ist damit ein wesentlicher struktureller und funktioneller Baustein des Gehirns. DHA ist verantwortlich für die Flexibilität und Durchlässigkeit der Gehirnzellmembranen und damit deren Kommunikationsgeschwindigkeit.
Von verschiedenen psychischen Krankheiten ist bekannt, dass sie mit einer schlechten Versorgung mit EPA und DHA verbunden sein können. Das gilt beispielsweise für Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen (z. B. ADHS und Autismus) und Demenz-Krankheiten, bei denen eine verbesserte Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren positiv wirken kann.
Darüber hinaus konnte auch bei gesunden Erwachsenen und Kindern festgestellt werden, dass die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA die geistige Leistungsfähigkeit steigern und das Wohlbefinden verbessern können.
Tags: Blutdruck, Blutfette, Herz- und Gesundheit
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