Lausalarm

Mag. Edeltraud Nikolowsky

von Mag. Edeltraud Nikolowsky  |  Dienstag, 27. September 2011

Lausalarm

Eine Übertragung von Kopfläusen erfolgt praktisch ausschließlich vom Haar einer befallenen Person auf eine andere, wobei sich die Tierchen mit sechs Klammerbeinen festhalten können. Die Meinung, Lausbefall sei eine Frage mangelnder Hygiene, ist immer noch sehr verbreitet. Oftmals herrscht Schweigen darüber, sodass in Schule und Kindergarten

die Vermehrung der ungeliebten Gäste ungehindert weiter erfolgen kann.
Kopfläuse zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter: Von 100 Kindern werden statistisch gesehen pro Jahr 15 befallen, davon Mädchen doppelt so oft wie Burschen. Kopfläuse gibt es schon seit Millionen Jahren, sie gehören zu den Insekten und werden 2,6 bis 4mm groß. Das Weibchen klebt etwa 24 Stunden nach der Begattung vier bis neun Eier einzeln an die Kopfhaare, die man als kleine weißliche Nissen mit bloßem Auge wahrnehmen kann. Aus diesen schlüpfen dann nach sechs bis neun Tage Larven, die sich durch Blutsaugen zu erwachsenen Tieren entwickeln. Eine erwachsene Kopflaus lebt maximal vier Wochen.
Wenn ihr Kind unruhig ist, über ein Gefühl von Krabbeln im Haar und starken Juckreiz klagt und die Haut hinter den Ohren, am Haaransatz und im Nacken gerötet ist, sollten Sie das gesamte Haar genau begutachten.
Lebende Läuse sind aufgrund ihrer Farbe schwer zu erkennen, einfacher zu sehen, sind die Nissen. Sie haften wie klebrige weiße Schuppen am Haar, wobei es sich bei den eher ins Auge stechenden weißen Nissen um leere Eihüllen handelt. Die aktiven graubraunen kleben immer in der Nähe der Kopfhaut, das heißt Eier, die mehr als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, sind nahezu immer abgestorben und keine Infektionsquelle.
Was tun gegen die Plagegeister?
Lausbefall ist zwar nicht gefährlich, muss aber dennoch behandelt werden, da Läuse nicht von alleine verschwinden.
In der Apotheke bieten wir verschiedene Produkte an, um die lästigen Plagegeister los zu werden. Shampoos (Carylderm®, S.Calon®, A-Par®) lässt man etwa 5 Minuten einwirken und wiederholt die Anwendung zwei Mal. Bei den moderneren Lösungen (InfectoPedicul Fluid®, Paranix®, Nyda®, Hedrin®, Pedicul®) genügt zumeist eine einmalige Anwendung, die Einwirkzeit beträgt je nach Produkt zwischen 10 und 60 Minuten.
Besonders wichtig ist das strähnchenweise Durchkämmen des Haares mit einem sehr feinen Kamm, um alle Nissen zu entfernen.
Wenn Sie Kopfläuse bei Ihrem Kind entdecken, bitte informieren Sie umgehend Schule oder Kindergarten, damit Maßnahmen gesetzt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Außerdem untersuchen Sie bitte alle Familienmitglieder auf Läuse und behandeln Sie sie gegebenenfalls.
Da Kopfläuse außerhalb ihres Wirts nicht überlebensfähig sind, dient ein Einfrieren von Stofftieren und das tägliche Waschen von Bettwäsche nur der Beruhigung der Eltern.

Tags: Beratung, Kinder und Gesundheit