Homöopathie ist eine Regulationstherapie. Der Organismus entwickelt bei einer Erkrankung Abwehrkräfte, um wieder gesund zu werden. Homöopathische Arzneimittel unterstützen diesen Vorgang, indem sie die körpereigenen Abwehrkräfte stimulieren.
Z. B.: Fieber bei Grippe ist eine Abwehrreaktion bzw. ein Heilungsversuch des Körpers. Dies zu unterstützen ist Ziel der Homöopathie. Die Schulmedizin dagegen setzt Arzneimittel ein, die diese Symptome unterdrücken. Linderung der Beschwerden wird erzielt, Ausheilen der Krankheit durch Anregung der Selbstheilungskräfte dagegen nicht.
Die 3 Säulen der Homöopathie:
Arzneimittelprüfung/Arzneimittelbild
Ähnlichkeitsprinzip – Simile Regel
Gabenlehre/Potenzierung
1. Die Arzneimittelprüfung – Das Arzneimittelbild
Arzneimittelprüfung ist die Verabreichung homöopathischer Arzneien an gesunden Personen und anschließender Beobachtung der auftretenden Symptome. Die Gesamtheit der Symptome ist das Arzneimittelbild.
Z. B.: Arzneimittelbild der Küchenzwiebel (Allium cepa)
Beim Zwiebelschneiden kommt es zu Augentränen, Nasenrinnen, ...Die Symptome bessern sich an der frischen Luft.
2. Das Ähnlichkeitsprinzip – Die Simile Regel
Jede konzentriert wirksame Substanz erzeugt im gesunden Menschen eine ihrer Art nach eigene Krankheit, z. B. das Augentränen bei der Zwiebel. Der Wirkstoff wird nun in der Homöopathie zur Heilung eines kranken Menschen eingesetzt, dessen Symptome den krankhaften Erscheinungen des Wirkstoffes am Gesunden ähnlich sind.
Similia similibus curentur = Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden
Bsp. Küchenzwiebel: Allium cepa in potenzierter Form hilft also besonders gut bei einem Fließschnupfen mit farblosem Sekret, der an der frischen Luft besser wird. Allium cepa ist also das Simile!
So einfach wie in diesem Beispiel ist es aber selten. In der Homöopathie werden über 1000 Arzneimittel verwendet!
Die Anamnese
ist das Hinterfragen des Beschwerdebildes zwischen Patient und Arzt. Es wird die Gesamtheit der Beschwerden, deren Ursache und Beeinflussbarkeit erfasst: „Was ist das für ein Mensch?“ ist die Schlüsselfrage, was mag er/was nicht, wann fühlt er sich besser/schlechter, wonach verlangt er/wonach nicht, wie/was empfindet er,...Jede Einzelheit ist wichtig, um das passende Simile zu finden!
3. Gabenlehre – Potenzierung
Die Ausgangsstoffe der Homöopathie kommen aus der Natur:
Pflanzen z.B. Arnica
Mineralien und Metalle z. B. Kieselsäure (Silicea), Eisen (Ferrum)
Tiere z. B. Biene (Apis)
Hinzu kommen noch speziell aufbereitete Stoffe aus Krankheitserregern. Nosoden (z. B. FSME-Nosode)
Die Ausgangsstoffe sind häufig sehr giftig, z.B. Tollkirsche (Belladonna). Um Nebenwirkungen zu vermeiden, werden die Wirkstoffe verdünnt und dabei stufenweise verrieben (Mineralien, Metalle) oder verschüttelt (flüssige Ausgangsstoffe) bis die krankmachende Wirkung in eine heilende umschlägt. Der heilende Arzneireiz wird frei und stimuliert die körpereigene Abwehrkraft. Diese Herstellungsprozess wird Potenzierung genannt und erfolgt nach strengsten Richtlinien des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) sowie pharmazeutischen Bestimmungen.
Die Potenzen:
D (Dezimal) Potenz: Verdünnung 1:10
C (Centesimal) Potenz: Verdünnung 1:100
LM Potenz: 1:50000
Beispiel Aconitum D30: Die Arznei wurde in 30 Potenzierungsschritten jeweils 1:10 hergestellt.
Einzelmittel bestehen aus einem Bestandteil (z. B. Aconitum, Belladonna). Um das passende Mittel zu finden, ist dabei die Anamnese und das Simile-Prinzip von entscheidender Bedeutung!
Komplexmittel sind Kombinationen von 2 oder mehreren Einzelmitteln. Sie erleichtern die Mittelwahl durch Abdeckung eines breiteren Spektrums von Beschwerden und ermöglichen eine beschwerdebezogene Anwendung (z. B. Grippe-Komlexmittel)
Vorteile der Homöopathie:
Homöopathika sind meist gut verträglich und nebenwirkungsarm. Sie eignen sich daher besonders gut bei werdenden oder stillenden Müttern und Kindern.
Da sie die Symptome nicht unterdrücken sondern die Ausheilung durch Anregung der Selbstheilungskräfte fördern, vermindern sie die Wahrscheinlichkeit chronischer Leiden.
Einnahme und Dosierung:
Die Einnahme soll 10 min vor der Mahlzeit erfolgen. Tabletten und Globuli soll man unter der Zunge zergehen lassen, Tropfen direkt auf die Zunge träufeln, um die bestmögliche Aufnahme der Wirkstoffe über die Mundschleimhaut zu gewährleisten.
Dosierung: je nach Potenzierungsstufe 1-3 x täglich 5-10 Tropfen (oder 1 Tablette oder 5 Globuli). Im Akutfall: (halb)stündlich.
Heilreaktion:
Dabei kann es zu einer Verschlechterung der Symptome nach Beginn der Therapie kommen = Erstverschlechterung. Die gilt aber als Bestätigung für die richtige Mittelwahl! In diesem Fall soll man das Mittel auf jeden Fall in reduzierter Form weiter nehmen!
Bei akuten Beschwerden kann schon innerhalb von Minuten bis Stunden eine positive Reaktion eintreten. Bei chronischen Beschwerden ist eine Langzeittherapie sinnvoll.